Ma hot`s it leicht
von Albert Guggemos
aus Eisenberg im Ostallgäu

`s Lebe kund so herrlich sei,
d`meischte Sörge wäret klei,
gäb`s it Leit, wo noch oim bieset
und des Dosei dir vermieset.

Eigentlich, so kommt`s mir für,
gäb`s gnue Dreck voer dr eigne Tüer,
doch lieber als ihr`n Mischt sortiere,
deand d`Leit im Sumpf vo andre rüehre.

Und so hoscht, obwohl`s it bräucht,
manchmol auf dr Welt it leicht,
denn d`Leit wend - bringt es o koin Sege -
zu gearn an Schtoe in Weg oim lege.

Reicht`s Blickfeld bloeß an Brillerand,
wähnscht andre im Schlaraffeland,
derbei weiß jeds - und des weard gelte:
Ebbs gschenkt kriegscht wirkle bloeß ganz selte.

Doch was ma mit viel Muet und Fleiß
sich gschaffe hot zum harte Preis
mit Einsatz, oft vo Kopf bis Zeache,
des wöllet sölle Leit it seache.

Für mir schtoht fescht für alle Fäll:
Die Neidar schtrofet sich all sell.
Verschenkte Freid duet sell di bschenke,
schtreuscht Ärger - wearscht di selber kränke.

Übersetzung:

Man hat es nicht leicht
Das Leben könnte so herrlich sein,
die meisten Sorgen wären klein,
gäbe es nicht Leute die einen ärgern
und das Dasein vermiesen.
Eigentlich, so kommt es mir vor
gäbe es genügend Dreck vor der eigenen Türe,
doch lieber als ihren Mist sortieren,
rühren die Leute im Sumpf von anderen.

Und so hat man es, obwohl man es nicht bräuchte,
manchmal nicht leicht auf der Welt,
denn wenn die Leute es wollen - bringt es keinen Segen-
zu gern legen sie einem Steine in den Weg.
Reicht das Blickfeld bloß an den Brillenrand,
wähnt man andere im Schlaraffenland,
dabei weiß jeder- und dies wird gelten:
Etwas geschenkt bekommt man wirklich bloß ganz selten.

Doch was man mit viel Mut und Fleiß
Sich geschaffen hat zum harten Preis
Mit Einsatz, oft von Kopf bis Zehen,
das wollen solche Leute nicht sehen.

Für mich steht fest für alle Fälle:
Die Neider strafen sich alle selbst.
Verschenkte Freude beschenkt einen selbst,
streut man Ärger - wird man sich selbst kränken.

 

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